Montag, 20. Dezember 2010

Weihnachts-Workflow

Letztes Jahr zu Weihnachten lief längst nicht alles glatt. Oh Nein, im Himmel war die Hölle los! Na ja, nicht im gesamten Himmel, aber in der Weihnachtswerkstatt, wo die Englein die Geschenke herstellen und verpacken auf jeden Fall. Wunschzettel waren unauffindbar, keiner wusste was zu tun war, manche Englein arbeiteten Tag und Nacht an aufwendigen Geschenken für Kinder, die doch viel zu schlimm dafür waren. Und manche hatten gar nichts zu tun.
Und zu schlechter Letzt hatten die Englein keinen Plan, wann ihre Geschenke auf den Schlitten zu landen wären, um in der richtige Stadt anzukommen. Immer wenn der Schlitten von Santa Claus im Himmel ankam, lief also jedes Englein mit all seinen Geschenken aufgeregt hin. Was für ein Geschrei: "Das muss nach Wien! Dringend" "Nein, da waren wir schon, wir fliegen jetzt nach Sydney!" "Was, nach Süden?" "Aber das muss der kleine Paul noch kriegen, der weint sonst!" So ein Durcheinander und Gedrängel! Da gab's dann zerrissene goldenen Hemdchen, sogar ein paar verstauchte Flügel und viele silberne Engelstränen. Ja genau - deshalb hat es letzte Weihnacht so viel geregnet. Und gar nicht geschneit, denn um doch noch halbwegs fertig zu werden, musste Frau Holle auch mithelfen. Ans Betten ausschütteln war da nicht mehr zu denken.
Am 25. waren dann alle fix, fertig und schwer verärgert. "So ein Chaos, und das bei all den Überstunden!" riefen die Englein. Das Christkind saß mit hängenden Flügeln in einer Ecke, seinen Heiligenschein hatte es in der Panik irgendwo verloren. "Wenn das so weitergeht hau' ich die Mütze drauf!" grollte Santa Claus mit zerzaustem Bart und rollte bedeutungsvoll mit den Augen.

"Nächstes Jahr muss das viel besser werden!", waren sich alle einig, und machten sich auf die Suche nach Unterstützung.

Ihr könnt Euch gar nicht vorstellen wie ich mich gewundert habe, als plötzlich eines schönen Frühlingstages ein blondes Englein mit goldenen Flügerln in mein Arbeitszimmer geflattert kam! "Hallo Christian, ich bin Mariechen ein Weihnachtsenglein" stellte sich das Englein vor, blickte mich mit großen Augen an und setzte sich auf meinen Schreibtisch. "H--H--Hallo..." sagte ich. "Ich hab' auf Deiner Webseite gelesen, dass du dich mit Prozessautomation und Workflows und so Sachen auskennst - mach doch bitte jetzt den Mund zu - wir könnten deine Hilfe brauchen."
 
Gesagt, getan - ich machten den Mund zu - und flugs begleitete ich das kleine Englein in die Weihnachtswerkstatt um erst mal ein Prozess-Review durchzuführen. Das war ein himmlisches Arbeiten! Gott sei Dank bin ich schwindelfrei - und musste die Reisekosten nicht selbst zahlen. In einem Workshop mit Santa Claus und den erfahrensten Engleins konnten wir die wichtigsten Punkte schnell identifizieren, priorisieren und auf eine Flipchartwolke schreiben.

Die Wunschzettel als Prozessinput müssen immer für alle beteiligten Englein einsehbar sein, schließlich zeichnen die kleinen Kinder oft ihre Wünsche. Aber nicht jeder Wunsch wird erfüllt. "Wozu sollten die Kinder denn dann noch brav sein?", brummte Santa.
"Da brauchen wir also einen Genehmigungsprozess." "Und jedes Englein muss immer wissen was es zu tun hat!" rief Mariechen, "Und der Oberengel braucht eine Prozessübersicht." Schon nach dem ersten Tag war klar: "Ein Workflowsystem muss her!"

Da zeigten die Englein was sie noch so alles konnten: Im nu hatten sie einen Sharepoint Server 2010 installiert. Die silbernen Büchlein der Englein zum notieren der Wünsche wurden gegen kleine silberne Mobile Devices ausgetauscht. So müssen die Englein die Wunschzettel nicht mehr mühsam abschreiben, sondern scannen sie einfach ein! Der Scan landet via Synchronisation im Sharepoint und löst automagisch den Genehmigungsworkflow aus. Über GPS wird jeder Wunschzettel gleich geokodiert! "Wie praktisch", staunte Mariechen, "da können wir die Päckchen dann gleich nach Städten und Ländern sortiert zur Lieferung vorbereiten und müssen uns nicht um den Schlitten drängeln!"
„Du dickes Rentier“, rief Santa, „wenn ich vorher weiß wie viele Päckchen wohin müssen, kann ich meine Flugroute mit dem Travelling -Salesman-Algorithmus optimieren und jede Menge Flugmeilen sparen! “

Die Oberengel haben jetzt den Überblick welches Englein an welchem Geschenk arbeitet. Und wenn mal ein Geschenk nicht rechtzeitig fertig wird, weil z.B. ein Englein zu viel Wolkeneis geschleckt hat, und jetzt mit Halsweh im Bett liegt, eskaliert der Workflow automatisch, und der Oberengel kann die Arbeit neu verteilen.
 Ja und heute, ja gerade eben, haben wir im Prozess Monitoring gesehen, dass ALLE Geschenke fertig sind! Drei Tage vor Weihnachten, und schon alles fertig! Ordentlich nach Städten sortiert liegen die Päckchen zur Auslieferung bereit. Und kein Englein hat Überstunden machen müssen, keine silbernen Tränen, keine verstauchten Flügerln!
Was meint Ihr wie die Englein sich gefreut haben. Ringelreih haben sie um den Sharepoint Server getanzt und gesungen:
"Päckchen raus, Wunsch herein,
so ein Workflow, der ist fein"
"Hoho!" Hat auch Santa Claus gerufen und die Rentiere gestreichelt, "So eine Prozessautomation, das lob ich mir! Hoho!"

Ob das wohl alles stimmt?

Na ja, ohne Workflowsystem hätte Frau Holle sicher wieder mithelfen müssen, und keine Zeit gehabt ihre Betten auszuschütteln.
Sehen Sie also aus dem Fenster, dann wissen sie, dass diese Geschichte wahr ist.


Ich wünsche Ihnen von ganzen Herzen friedvolle und wunderschöne Weihnachten
Ihr Christian Bauer


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